Die Kraemer in einer Stadt wie Bretten im Mittelalter hatten ein umfangreiches Warenangebot, um den täglichen Bedarf der Bevölkerung zu decken. Deshalb bieten auch wir praktisch alles an. Lediglich in Großstädten wie Nürnberg gab es spezialisierte Kraemer wie Bürstenmacher, Gürtler...

 

Die Kraemer stehen in der Herrenzunft mit den Kaufleuten und Weinhändlern vor den Handwerkern. Wir können, dürfen und müssen uns deshalb besser kleiden. Doch trotz des Reichtums war auch für einen Kraemer nicht alles erlaubt. Bestimmte Stoffe und Farben waren dem Adel und dem Klerus vorbehalten. Die Kraemer waren nicht uniformiert, jedes Gewand ist individuell. Selbstverständlich sind Kopfbedeckung für Männer und Frauen und ebenso passendes Schuhwerk.

 

Die Kraemerzunft war eine geschlechtlich gemischte Zunft. Auch Frauen konnten diesen Beruf ausführen und taten das auch sehr wohl. Als Nachrichtenlieferant und Hochzeitswerber waren fahrende Kaufleute, Kraemer sehr wichtig. Ihnen waren die Tore der Stadt nur selten versperrt. Oberster Kraemer ist der Zunftmeister, er darf sich das teuerste Gewand leisten. Aus der verwirrenden Vielzahl von Münzen wollen wir uns auf den Gulden festlegen, der definitiv von Baden und Württemberg 1500 als Silber- und Goldgulden geprägt wurde.

 

Außer den Kraemern stellen wir auch die Halunken dar. Sie sollen den Kunden wie auf einem Jahrmarkt die Zeit vertreiben. Sie unterscheiden sich vom Kraemer durch ihr billigeres und einfacheres Gewand - es ähnelt eher dem eines Gauklers. Die Halunken haben natürlich nichts mit dem Verkauf der Waren oder den Geldgeschäften des Kraemers zu tun.